Early Rider 20 Zoll: Das Rad für den Schulweg
Die Größe, in der das Rad zum Verkehrsmittel wird
20 Zoll ist typischerweise ab sechs bis sieben Jahren dran - und damit genau in dem Alter, in dem sich der Zweck des Rades ändert. Es geht nicht mehr um Üben, sondern um Strecke: zur Schule, zum Training, mit den Eltern die Runde am Fluss. Damit rücken drei Dinge in den Vordergrund, die vorher zweitrangig waren: Schaltung, Verkehrssicherheit und Sitzposition auf längeren Distanzen.
Die Sattelhöhe wird jetzt nach Effizienz eingestellt, nicht nach Sicherheit: Das Bein sollte im untersten Punkt der Kurbelumdrehung fast durchgestreckt sein, ein Fuß muss im Sitzen den Boden erreichen. Ein zu tiefer Sattel kostet auf fünf Kilometern spürbar Kraft.
Gangschaltung: wenige Gänge, klar rastend
In dieser Klasse tauchen die ersten Schaltungen auf, und mehr ist hier nicht besser. Sinnvoll sind entweder eine Nabenschaltung mit drei bis sieben Gängen oder eine einfache Kettenschaltung mit einem einzelnen Kettenblatt vorn. Beides lässt sich mit einem Drehgriff oder Daumenhebel bedienen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.
Was Kinder in diesem Alter überfordert, ist die Kombination aus zwei oder drei Kettenblättern vorn und einem großen Kranz hinten: Die Gangwahl wird unübersichtlich, und die Kette springt bei falscher Kombination. Der Vorteil der Nabenschaltung im Alltag ist außerdem, dass sich im Stand schalten lässt - vor der Ampel, wenn das Kind im zu schweren Gang stehen geblieben ist.
Was für den Schulweg vorgeschrieben ist
Sobald das Kind auf der Fahrbahn oder dem Radweg fährt, muss das Rad der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung entsprechen. Dazu gehören: zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine Klingel, Front- und Rücklicht, ein weißer Reflektor vorn und ein roter hinten, gelbe Rückstrahler an den Pedalen sowie Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an den Reifen. Dynamo oder Akkuleuchten sind beide zulässig, solange die Leuchten zugelassen sind.
Sportlich ausgelegte Kinderräder werden häufig ohne diese Teile ausgeliefert. Wer ein solches Rad kauft, sollte das Nachrüsten von Licht, Schutzblechen, Ständer und Klingel gleich einplanen - im Zweifel beim Händler mitbestellen, dann passt es zum Rahmen.
Rechtlich gilt: Bis zum achten Geburtstag müssen Kinder den Gehweg benutzen, bis zum zehnten dürfen sie zwischen Gehweg und Radweg wählen, danach gehören sie auf die Fahrbahn oder den Radweg. Die Radfahrprüfung in der vierten Klasse fällt genau in diese Umstellung - ein guter Zeitpunkt, um die Ausstattung des Rades einmal durchzugehen.
Worauf es sonst ankommt
Gewicht: Auch in dieser Größe bleibt es das stärkste Argument. Ein Kind, das sein Rad in den Fahrradkeller tragen oder über eine Treppe schieben muss, entscheidet sich sonst für den Bus.
Bremsen bei Nässe: Wenn das Rad zum Schulweg gehört, wird es auch bei Regen gefahren. Vernünftige Felgenbremsen mit guten Belägen oder mechanische Scheibenbremsen sind hier kein Luxus.
Reifenbreite: Ein moderat breiter Reifen mit wenig Profil ist der beste Kompromiss zwischen Rollwiderstand auf Asphalt und Halt auf Waldwegen.
Schloss und Gepäck: Ab dieser Größe steht das Rad allein am Schulhof. Ein leichtes Rahmenschloss reicht dafür meist nicht - ein Bügel- oder Faltschloss gehört dazu, und das Kind sollte es allein bedienen können.
Wie lange die Größe hält
20 Zoll wird oft zwei bis drei Jahre gefahren und ist damit die Größe mit der längsten Nutzungsdauer im Kinderbereich. Das rechtfertigt eine solidere Anschaffung als bei 14 oder 16 Zoll - und macht den Blick auf gebrauchte Markenräder besonders lohnend, weil viele Familien genau in dieser Klasse gut gepflegte Räder abgeben, sobald das Kind auf 24 Zoll wechselt.
Vom Mitfahren zum Selbstfahren
In dieser Größe fahren Kinder das erste Mal Strecken, die Eltern nicht komplett begleiten. Damit wird die Route zum Thema: Der kürzeste Weg zur Schule ist selten der sicherste. Ein Umweg über Nebenstraßen mit wenigen Kreuzungen ist besser als die Hauptstraße mit Radstreifen zwischen parkenden Autos und fließendem Verkehr. Die Strecke sollte ein paar Mal gemeinsam gefahren werden, bis das Kind sie ohne Nachdenken kennt.
Dazu gehören zwei Gewohnheiten, die sich in diesem Alter einprägen lassen: an Ausfahrten und Kreuzungen mit Blickkontakt zum Fahrer rechnen statt auf die Vorfahrt zu vertrauen, und beim Vorbeifahren an parkenden Autos genügend Abstand halten, damit eine sich öffnende Tür nichts anrichtet. Beides klingt selbstverständlich und ist es mit acht Jahren nicht.
Affiliate-Hinweis: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, erhalten wir eine kleine Provision - der Preis ändert sich für dich nicht. Mehr dazu im Affiliate-Hinweis.